Sichere Querung des Elbradweges löst Probleme nicht
Geschrieben von: Michael Schmelich   

Grüne engagieren sich gegen Parkplätze im Landschaftsschutzgebiet an der Elbe

Verwunderung haben bei der Grünen Stadtratsfraktion die jüngsten Überlegungen der CDU ausgelöst, den Streit um das Parken am Loschwitzer Elbufer auf die sichere Querung des Elbradweges durch Pkws zu reduzieren.

„Wer nur an  verqueren Verkehr denkt, denkt in diesem Fall verkehrt,“ kommentiert die umweltpolitische Sprecherin der grünen Stadtratsfraktion Elke Zimmermann das Ansinnen. „Wer so die Schaffung von Parkplätzen am Loschwitzer Elbufer legitimiert, hat oder will das Problem des Parkens im Landschaftsschutzgebiet nicht begriffen.“ So würde durch die Schadstoff- und Geräuschemissionen der Erholungswert in diesem Gebiet erheblich beeinträchtigt werden. Ebenso würde Blech an den Elbwiesen das anerkannt hochwertige Landschaftsbild der Kulturlandschaft trüben. Außerdem stünde der durch den Parkplatz an der Elbe hervor gerufene Parkraumsuchverkehr im Kontrast zu den Zielen des Sanierungsgebietes Körnerplatz. Diese sehen nämlich eine  Aufwertung des Areals für Fußgänger, Gewerbe, Erholung und Tourismus vor. „Mit ihrem Vorstoß bleibt die CDU deutlich hinter der Position des Straßen- und Tiefbauamt der Stadt zurück.“

„Besonders negativ würde sich ein solcher Dammbruch aber auf die Naturschutzfunktion des Gebietes auswirken“ merkt die grüne Umweltpolitikerin an. „Wir wissen, dass es für viele Bürgerinnen und Bürger auf den ersten Blick verständlich erscheint, wenn FDP und CDU einzelnen Teilgebieten ihren Naturschutzwert absprechen. Erwarten sie doch von Naturschutzgebieten eine durchgängige Begrünung mit möglichst sichtbaren seltenen Pflanzen und Tieren. Mich ärgert aber der plumpe Populismus seitens der Politiker in solch einer Sachfrage.“

„Die Elbe, ihre Auen, und Altarme wurde nicht ohne Grund sowohl unter den Schutz des Sächsischen Naturschutzgesetzes gestellt als auch in das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 aufgenommen. Ihr Erhalt durch eine schonende Nutzung ist von immenser Bedeutung für die Sicherung, Verbesserung und Wiederherstellung der für den Bestand der Pflanzen- und Tiergemeinschaften notwendigen Standortbedingungen,“ erläutert die grüne Stadträtin ihr Engagement.

„Sollte tatsächlich erstmals ein Gebiet aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert werden, um es für Parkflächen zu versiegeln, widerspricht das eindeutig den europäischen Richtlinien für FFH-Gebiete. Damit werden genau jene Standortfaktoren verändert, die gesichert werden sollen: der Boden wird verdichtet. Mit Kontaminationen in Boden, aber auch in den Wasserkreislauf – bis gegebenenfalls in die Elbe – muss gerechnet werden. Schadstoff- und Geräuschemissionen steigen. Vor allem aber wird die so wichtige Verbundfunktion eines umfänglichen LSG für das ökologische Netz gestört. Unserer Meinung nach rechtfertigt die mögliche Verkürzung des Weges zum Biergarten um ein paar Schritte einen solchen Verlust in keiner Weise!“ resümiert Zimmermann.

Gemeinsam mit den Stadtratsfraktionen von SPD-Fraktion, DIE LINKE, der Grünen Liga Dresden/Oberes Elbtal, dem Dresdner Erben e.V. dem BUND, dem NABU Regionalverband Meißen-Dresden, der Vereinigung ökologischer Landbau, dem Entwicklungsforum Dresden und dem Fachbereich Naturschutz und Landschaftsgestaltung im Landesverein Sächsischer Heimatschutz sammeln die GRÜNEN Unterschriften für die Bewahrung der Elblandschaft. (www.gruene-fraktion-dresden.de)